Am Montag markierte EUR/USD ein neues Hoch für den August und stieg bis an die Widerstandszone der 200‑Tage‑EMA und 100‑Tage‑SMA. Das Währungspaar scheint vor dem Hintergrund einer breit angelegten Schwäche des US‑Dollars für weitere Zugewinne gut positioniert zu sein.
Der U.S. Dollar Index (DXY), der die Entwicklung des Dollars gegenüber einem Korb wichtiger Währungen abbildet, setzt seinen Rückgang nach dem Erreichen des Vorjahreshochs fort. Der Rückgang erfolgt vor dem Hintergrund fallender Ölpreise, die Anleger dazu veranlassen, ihre Erwartungen hinsichtlich einer weiteren geldpolitischen Straffung durch die Federal Reserve zu überdenken. US‑Präsident Donald Trump kündigte an, die militärischen Operationen gegen den Iran einschränken zu wollen, und erklärte, regionale Verbündete hätten Bedingungen für ein Ende des fünfmonatigen Konflikts geschaffen. Diese Entscheidung hat zusammen mit der Ankündigung von OPEC+ vom Sonntag, die Ölproduktion im September zu erhöhen, erheblichen Abwärtsdruck auf die Ölpreise ausgeübt.
Nach Einschätzung von Elias Haddad von Brown Brothers Harriman verliert die jüngste Rallye des US‑Dollars an Dynamik. Die Bank geht davon aus, dass „die Dollar‑Rallye, die im Mai begonnen hat, wahrscheinlich ausgereizt ist und der DXY in die Spanne von 96,00–100,00 zurückkehren könnte“.
Darüber hinaus deutet das Bruttosozialprodukt (GNP) – das die wirtschaftliche Aktivität von US‑Privathaushalten und ‑Unternehmen einschließlich der im Ausland erzielten Einkommen misst – darauf hin, dass die bisherige Unterstützung des US‑Dollars durch eine robuste inländische Konjunktur infolge von Bedenken über die aktuelle Politik nachlässt. Im Fokus der Marktteilnehmer steht insbesondere die Möglichkeit, dass Fed‑Vorsitzender Kevin Warsh möglicherweise nicht in der Lage sein könnte, eine ausreichend restriktive geldpolitische Ausrichtung effektiv aufrechtzuerhalten, um die Inflation zu bändigen. Damit steigt das Risiko, dass die Fed bei der Bekämpfung inflationsbedingter Spannungen ins Hintertreffen geraten könnte.
Zudem hat eine ausgeprägte Eindeckung von Short‑Positionen im japanischen Yen ebenfalls zur Schwäche des US‑Dollars beigetragen. Im Gegensatz dazu wird der Euro weiterhin von robusten Inflationsdaten aus der Eurozone gestützt, was die Erwartungen bekräftigt, dass die European Central Bank (ECB) die Zinsen im September erneut anheben wird. Vor diesem Hintergrund bleibt das Umfeld für EUR/USD konstruktiv, während Händler zu Monatsbeginn eine Reihe wichtiger US‑Makrodaten abwarten, beginnend mit dem ISM Manufacturing PMI am Montag, der zusätzliche Impulse für den Markt liefern könnte.
Die jüngsten Inflationsdaten zusammen mit den starken BIP‑Zahlen für das zweite Quartal 2026 haben das Argument für weitere geldpolitische Straffung zusätzlich untermauert. Die heutigen Zahlen dürften die Erwartungen einer weiteren Zinserhöhung der ECB im September stützen, da das robuste Wirtschaftswachstum und etwas stärkere Preisdynamik der Notenbank Spielraum geben, an einem restriktiven Kurs festzuhalten.
Aus technischer Sicht konsolidiert EUR/USD in der Nähe eines Widerstandsbereichs und versucht, nach oben in Richtung der psychologisch wichtigen Marke von 1,1600 auszubrechen.
Die technischen Indikatoren zeichnen jedoch ein gemischtes Bild:
Ein wichtiger Unterstützungsbereich wird nun durch das Zusammenlaufen der 50‑Tage‑EMA und der 50‑Tage‑SMA gebildet. Damit die Bullen jedoch die vollständige Kontrolle über den Markt übernehmen können, ist ein überzeugender Ausbruch über die 200‑Tage‑SMA erforderlich.
Die folgende Tabelle zeigt die prozentuale Veränderung des US‑Dollars gegenüber den wichtigsten Währungen am heutigen Tag. Unter den aktuellen Marktbedingungen entwickelt sich der US‑Dollar besser als das britische Pfund.
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