Für Donnerstag sind zahlreiche makroökonomische Berichte terminiert. Das Marktverhalten von gestern zeigte jedoch, dass dieser bereit ist, sogar Notenbanksitzungen zu ignorieren. Dies ist nun schon seit mehr als zwei Monaten der Fall, sodass auch das gesamte Paket der makroökonomischen Daten am Donnerstag leicht unbeachtet bleiben könnte. Wir heben nur die wichtigsten Berichte des Tages hervor: das BIP für das erste Quartal in den USA und in der EU sowie die Inflationsdaten in der EU. Diese Veröffentlichungen haben zumindest eine gewisse Chance, bei den Tradern auf Resonanz zu stoßen.

Unter den grundlegenden Ereignissen am Donnerstag sind die Sitzungen der Bank of England und der European Central Bank hervorzuheben; es werden jedoch keine bedeutenden Entscheidungen erwartet, da der Markt fest davon ausgeht, dass beide Zentralbanken ihre Leitzinsen unverändert lassen. Erst am Vortag hatte die Fed eine ähnliche Entscheidung getroffen, worauf der Markt nur minimal reagierte, obwohl Jerome Powell mehrere wichtige Aussagen machte. Beide Zentralbanken sind – ebenso wie die Federal Reserve – darauf ausgerichtet, vorerst abzuwarten, selbst vor dem Hintergrund, dass Donald Trump und Iran sich nicht einmal auf eine zweite Verhandlungsrunde einigen konnten und die Straße von Hormus möglicherweise noch sehr lange blockiert bleibt. Gestern stiegen die Ölpreise auf 120 US-Dollar je Barrel, was lediglich auf einen weiteren Anstieg der globalen Inflation hindeutet. Daher könnten auch die Sitzungen der BoE und der ECB nur schwache Marktreaktionen auslösen und die technische Lage beider Währungspaare kaum beeinflussen.
Der geopolitische Hintergrund überrascht weiterhin durch sein hohes Maß an Unsicherheit und veranlasst die Zentralbanken dazu, mit wichtigen geldpolitischen Entscheidungen zu zögern. Der Krieg im Nahen Osten könnte wieder aufflammen, falls kein Abkommen zwischen Iran und den USA zustande kommt. Ein Abkommen kann nicht geschlossen werden, wenn Iran nicht einmal einer zweiten Verhandlungsrunde zustimmt. Unterdessen hält der Waffenstillstand an, und die Straße von Hormus bleibt blockiert.
Am vorletzten Handelstag der Woche können beide Währungspaare eine hohe Volatilität aufweisen, doch angesichts der aktuellen Umstände ist die Wahrscheinlichkeit dafür gering. Der Euro kann heute in der Spanne von 1,1655–1,1666 gehandelt werden, während das britische Pfund in der Spanne von 1,3476–1,3489 gehandelt werden kann. Die Korrektur beider Währungspaare setzt sich fort, allerdings bewegt sich das Pfund seitwärts, während der Euro abwärtsgerichtet ist.
Kursniveaus von Unterstützung und Widerstand sind Marken, die als Ziele beim Eröffnen von Kauf- oder Verkaufspositionen dienen. Take-Profit-Orders können in ihrer Nähe platziert werden.
Rote Linien stellen Kanäle oder Trendlinien dar, die den aktuellen Trend anzeigen und damit die Richtung, in die es gegenwärtig vorzugsweise zu handeln gilt.
Der MACD-Indikator (14,22,3) – Histogramm und Signallinie – ist ein unterstützender Indikator, der ebenfalls als Signalquelle genutzt werden kann.
Wichtige Reden und Veröffentlichungen (immer im Wirtschaftskalender aufgeführt) können die Bewegung eines Währungspaares erheblich beeinflussen. Deshalb sollte während ihrer Veröffentlichung mit äußerster Vorsicht gehandelt werden, oder Händler sollten den Markt vorübergehend verlassen, um plötzliche, starke Kursumkehrungen gegen die vorherige Bewegung zu vermeiden.
Anfänger im Devisenmarkt sollten sich bewusst machen, dass nicht jede Transaktion profitabel sein kann. Die Entwicklung einer klaren Strategie und eines effektiven Money-Managements sind die Schlüssel zu langfristigem Handelserfolg.
QUICK LINKS