Die Spannungen in der Straße von Hormus sind erneut aufgeflammt, und Iran hat unmissverständlich klargestellt, dass es zu keinerlei Zugeständnissen bereit ist. In seiner Erklärung zum Nationaltag des Persischen Golfs verkündete Mojtaba Khamenei den Beginn einer „neuen Phase“ und versprach, die Sicherheit dieser lebenswichtigen Wasserstraße um jeden Preis zu gewährleisten sowie die Nuklear- und Raketenprogramme des Landes zu schützen.
Khameneis Erklärung war eine der schärfsten seit seinem Amtsantritt. Es sei daran erinnert, dass in dieser Zeit der iranische Präsident Masoud Pezeshkian erklärt hatte, die US‑Seeblockade „verstoße gegen das Völkerrecht“ und sei „zum Scheitern verurteilt“.
Im Kern ist Khamenei nicht bereit, Positionen aufzugeben, und auf die harten Vergeltungsmaßnahmen vorbereitet, die sein Vater zu Beginn des Konflikts skizziert hatte. Erinnern wir uns: Ayatollah Ali Khamenei wurde am 28. Februar bei US‑israelischen Luftangriffen getötet. In seiner ersten öffentlichen Ansprache im März gelobte der junge Khamenei, die Straße von Hormus weiterhin als „Druckhebel“ zu blockieren, und forderte die arabischen Golfstaaten auf, die US‑Militärbasen zu schließen. Sein Vater hatte bereits im Februar gewarnt, Iran verfüge angeblich über Waffen, die US‑Schiffe „auf den Meeresgrund schicken“ könnten.
In seiner heutigen Rede erinnerte Khamenei daran, dass Irans nukleare und ballistische Fähigkeiten ein nationales Gut seien. Es ist offensichtlich, dass das Regime nicht bereit ist, über seine Waffenprogramme zu verhandeln. Die Islamischen Revolutionsgarden (IRGC), die unter der Führung von Ahmad Vahidi stehen und eine zunehmend zentrale politische Rolle im Iran spielen, wenden sich strikt gegen jegliche Zugeständnisse in Bezug auf die Souveränität über die Straße von Hormus und insbesondere in der Nuklearfrage.
Gleichzeitig macht die US‑Seite das wahre Ausmaß der Beschränkungen deutlich. Am Mittwochabend teilte das U.S. Central Command mit, dass seit Beginn der Blockade 42 Handelsschiffe eingesetzt wurden und 69 Millionen Barrel iranisches Öl auf Tankern blockiert seien. Admiral Brad Cooper bezeichnete dies als eine „außergewöhnliche“ Leistung bei der Einschränkung des iranischen Seehandels.
Iran seinerseits hat die Straße von Hormus seit dem 18. April faktisch nahezu vollständig abgeriegelt: Die IRGC warnte, jedes Schiff, das sich der Meerenge nähere, werde als „Zusammenarbeit mit dem Feind“ gewertet und angegriffen.
Damit hat Khamenei den Beginn einer „neuen Phase“ des Krieges angekündigt und versprochen, die Sicherheit des Persischen Golfs und die Schlüsselprogramme Irans zu verteidigen. Von seiner kompromisslosen Haltung will er nicht abrücken.
QUICK LINKS